Verhaltenstherapie
ACT - Therapie
Die ACT („Acceptance and Commitment Therapy“)
ist eine moderne Form der Verhaltenstherapie. Ihr Ziel ist psychische Flexibilität – also die Fähigkeit, mit schwierigen Gedanken und Gefühlen so umzugehen, dass man trotzdem ein wertvolles, sinnorientiertes Leben führen kann.
Hier die Grundidee in einfachen Schritten:
1. Akzeptanz statt Kampf
Schmerzhafte Gefühle und Gedanken gehören zum Leben. ACT hilft, sie anzunehmen, anstatt sie wegzudrücken oder zu bekämpfen.
→ Beispiel: „Ich fühle Angst“ erkennen, ohne sich dafür zu verurteilen.
2. Defusion (kognitive Entkopplung)
Du lernst, dich nicht mit deinen Gedanken zu verschmelzen, sondern Abstand zu ihnen zu gewinnen.
→ Beispiel: Statt „Ich bin ein Versager“ heißt es: „Ich habe den Gedanken, dass ich ein Versager bin.“
3. Achtsamkeit
ACT nutzt Achtsamkeitsübungen, um im Hier und Jetzt verankert zu bleiben, statt in Grübeleien oder Sorgen zu hängen.
4. Selbst-als-Kontext
Man lernt, sich selbst als Beobachter der eigenen Erfahrungen zu sehen. Gedanken und Gefühle kommen und gehen – aber das „Beobachter-Selbst“ bleibt stabil.
5. Werte klären
Was ist dir wirklich wichtig? Beziehungen? Kreativität? Gesundheit?
ACT hilft, diese Werte klar zu benennen.
6. Commitment (Engagiertes Handeln)
Auf Basis deiner Werte triffst du konkrete Entscheidungen und gehst Schritte, selbst wenn unangenehme Gefühle auftauchen.
→ Beispiel: Trotz Nervosität eine wichtige Bewerbung abschicken.
Wie wirkt ACT?
ACT verändert nicht direkt die Gedanken, sondern den Umgang mit ihnen. Dadurch:
– weniger Grübeln
– mehr Selbstmitgefühl
– bessere Bewältigung von Stress
– mehr Klarheit und Sinn im eigenen Handeln
ACT wird z. B. bei Angststörungen, Depressionen, chronischen Schmerzen, Burnout oder Stress eingesetzt.
Beispieltechnik: „Blätter auf dem Fluss“
Gedanken werden wie Blätter betrachtet, die auf einem Fluss vorbeischwimmen. Man nimmt sie wahr und lässt sie weiterziehen, ohne sich daran festzuhalten oder gegen sie anzukämpfen.